Canon EOS ohne Spiegel

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Mit der „EOS M“ steigt Canon recht spät in den erfolgreichen Markt der spiegellosen Systemkameras ein. Canon verfolgt hierbei ein ähnliches Konzept wie Sony und verbaut einen CMOS-Sensor in APS-C-Größe.

Seit Panasonic 2008 mit der Lumix G1 die erste spiegellose Systemkamera auf den Markt brachte, ist dieser stark in Bewegung geraten. Immer mehr Kunden verzichten auf eine große, digitale Spiegelreflexkamera und greifen stattdessen zu einem dieser neuen, kompakteren Modelle. 2009 zog Olympus mit der PEN-Kamera E-P1 nach und im Jahr darauf folgten Sony (NEX) und Samsung (NX). Seitdem sind fast alle anderen Branchengrößen mit eigenen Konzepten und Kameras eingestiegen: Pentax (Q, K-01), Nikon 1 und Fujifilm X.

Nur Canon ließ sich auffällig lange Zeit. Angesichts der stetig wachsenden Verkaufszahlen im jungen Kamerasegment war es allerdings nur eine Frage der Zeit, bis auch Canon seine eigene spiegellose Systemkamera vorstellen würde. Nun ist es so weit und das neue Modell trägt den Namen „EOS M“.

Canon EOS M

Canon verfolgt mit der neuen EOS M ein ähnliches Konzept wie Sony und verbaut einen CMOS-Sensor in APS-C-Größe. In gleicher Größe und mit derselben Auflösung (18 Megapixel) wie im sehr beliebten Massenmodell EOS 650D. Das verspricht trotz hoher Auflösung eine ansehnliche Bildqualität, die einstellbaren ISO-Werte von 100 bis 12.800 (erweiterbar auf 25.600) werden daher keine Marketingangaben sondern in weiten Bereichen wirklich nutzbar sein. Angesichts des relativ großen Sensors sind die Maße von 108,6 mm (Höhe), 66,5 mm (Breite) und 32,3 mm (Tiefe) erstaunlich kompakt, sie unterbieten etwa die Micro-Four-Thirds-Kamera Panasonic Lumix GX1 in jeder Hinsicht. Zudem bringt die EOS M (inkl. Akku und Speicherkarte) lediglich 298 Gramm auf die Waage.

Die Ausstattung kann sich sehen lassen, auch wenn sie nicht komplett ist. Es kann mit Belichtungszeiten zwischen 30 s und 1/4000 s fotografiert werden, die Blitzsynchronzeit beträgt 1/200 s. Recht flott ist auch die Serienbildgeschwindigkeit mit 4,3 Bildern/s bei vollen 18 Megapixeln Auflösung. Als Dateiformat stehen JPEG sowie Canons Raw-Format „CR2“ zur Auswahl. Videos können mit den inzwischen üblichen 1080p aufgenommen werden, wenn auch nur mit 30, 25 oder 24 Vollbildern/s. 60 bzw. 50 Vollbilder/s sind erst in der verringerten Auflösung 720p möglich. Die maximale Aufnahmelänge liegt bei knapp 30 Minuten. Sämtliche Bewegtbilder werden als MOV-Dateien abgespeichert und mit dem Codec H.264/MPEG-4 AVC komprimiert. Gespeichert wird auf SD-Karten, SDHC und SDXC (entsprechend UHS-I) eingeschlossen.

Beim Fokussieren hilft ein Hybrid-Autofoukus, wie er bereits aus der EOS 650D bekannt ist. Sollte es ihm zu dunkel sein, hilft eine integrierte LED-Hilfsleuchte. Was allerdings fehlt, ist ein integrierter Blitz, auf diesen wurde offensichtlich zugunsten kompakter Ausmaße verzichtet. Der kleine Systemblitz Speedlite 90EX (Leitzahl 9) befindet sich zwar im Lieferumfang, wer nach einer Jackentaschenkamera sucht, wird ihn jedoch im Zweifelsfall eher zu Hause lassen. Auf der Rückseite der Kamera sitzt ein 3″-Display (7,7 cm Diagonale), welches mit 1,04 Millionen Pixeln sehr hoch auflöst und dank Berührungsempfindlichkeit eine Steuerung der Kamera ermöglicht.

Objektive und Zubehör

Für das neue Kamerasystem bringt Canon vorerst zwei Objektive. Das EF-M 18—55mm 1:3,5—5,6 IS STM ist als Standardzoom gedacht und deckt einen Brennweitenbereich von 29 bis 88 mm (entsprechend Kleinbild) ab. Es verfügt über einen Bildstabilisator (IS) und einen neuen Fokusmotor (Stepper-Motor = STM), der für besonders ruhiges Fokussieren sorgen soll. Mit dem EF-M 22mm 1:2 STM steht auch eine kompakte Festbrennweite, ein sogenanntes Pancake-Objektiv zur Verfügung. Sein Bildwinkel entspricht dem eines 35mm-Objektivs an einer Vollformatkamera.

Darüber hinaus können sämtliche EF-Objektive aus Canon EOS-System angeschlossen werden, hierfür benötigt man allerdings den Adapter EF-EOS M. Auch weiteres Zubehör wie Speedlite-Systemblitzgeräte, der GPS-Empfänger GP-E2 und der Fernauslöser RC-6 sind kompatibel. Dies dürfte vor allem Canon-Fotografen freuen, die ihr Systemzubehör so auch an einer kompakten Kamera verwenden können.

Verfügbarkeit

Die Canon EOS M wird es in den Farben Schwarz, Weiß, Rot und Silber geben. Ab September 2012 soll sie zu einem Preis von 849 Euro (im Kit mit Objektiv EF-M 18—55mm 1:3,5—5,6 IS STM) bei den Händlern stehen.

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